Industrie 4.0: Hahn-Schickard erhält Auszeichnung vom Land

E-Meter im Einsatz

09.05.2016

Hahn-Schickard spielt beim Thema Industrie 4.0 in der ersten Liga mit und wurde deshalb im Wettbewerb "100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg" für seine Lösungen namens „E-Meter“ vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft ausgezeichnet.

Eine bessere Energieeffizienz gerade bei industriellen Anlagen senkt Kosten und verbessert so die Wettbewerbsfähigkeit. Hierfür muss der Energieverbrauch von Produktionsanlagen analysiert und durch gezielte Handlungsempfehlungen optimiert werden. Unsere mobilen, adaptiv einsetzbaren Sensoren erfassen alle kostenrelevanten Energieströme in jeglichen Produktionsanlagen. Sie dienen jedoch nicht nur einer effizienteren Energienutzung, sondern helfen auch, Leerzeiten aufgrund unvorhergesehener Reparaturen und Wartungen zu vermeiden.

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojekts ESIMA entwickelte Hahn-Schickard ein sogenanntes E-Meter. Dieses sensorische cyber-physische System erfasst den elektrischen Energieverbrauch direkt an der jeweiligen Bearbeitungsmaschine, da es mit miniaturisierten, energieautarken Funksensoren ausgestattet ist. Die Sensoren können nachträglich in bestehende Maschinen und Anlagen ohne aufwendige Installation oder Veränderung in der Anlageninfrastruktur integriert werden, was in der Industrie mit dem Begriff „Retrofit“ bezeichnet wird.

Ein entscheidender Vorteil dieses cyber-physischen Systems ist, dass es zu jedem Zeitpunkt den elektrischen Energieverbrauch bestimmter Produktionsanlagen erfassen und per Funk an eine Datenbank oder an eine mobile Ausleseeinheit wie ein Tablet oder Smartphone übermitteln kann. Über eine Web-Applikation können alle relevanten Daten durch den Anwender einfach abgelesen werden. Auch regelmäßige Wartungsaufträge und Fehlerberichte lassen sich über einen Web-Client steuern bzw. abrufen. Mit diesen überall und in Echtzeit verfügbaren Daten können Produktionsanlagen, Prozessabfolgen aber auch Produktionszeiten wesentlich einfacher optimiert werden. Gleichzeitig lässt sich der Energie- und Materialverbrauch transparenter nachverfolgen. Abweichungen von den aufgezeichneten Energieverbräuchen lassen Rückschlüsse auf Fehler zu, die dadurch schneller behoben werden können. Die kontinuierliche Messung, Speicherung und Auswertung der Daten hilft also, einen plötzlich veränderten Energieverbrauch zu erkennen, der auf ein Problem oder auf einen in Kürze zu erwartenden Ausfall der Maschine hindeuten kann. Eine Reparatur kann in einem solchen Fall noch vor Ausfall der Maschine ausgeführt undteure Stillstandszeiten vermieden werden. Auch regelmäßige Wartungen müssen nicht wie bisher innerhalb eines zuvor definierten Intervalls, sondern erst bei Anzeichen eines veränderten Energiebedarfes ausgeführt werden.

Mit dem Wettbewerb sucht die „Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ nach innovativen Konzepten aus der Wirtschaft, die mit der intelligenten Vernetzung von Produktions- und Wertschöpfungsprozessen erfolgreich sind. Die Expertenjury bewertet neben dem Innovationsgrad auch die konkrete Praxisrelevanz für Industrie 4.0. „Die Auszeichnung motiviert uns, auch zukünftig mit unseren Kunden und speziell den Unternehmen in Baden-Württemberg den digitalen Wandel, verbunden mit der Informationsvernetzung in Deutschland, weiter mitzugestalten“ kommentiert Bereichsleiter Dieter Mintenbeck die Auszeichnung.

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