Hahn-Schickard ist tragende Säule im Technologieverbund TechnologyMountains

Die Unterzeichner der Charta, Dr. Volker Nestle (links) und Dr. Harald Stallforth, wollen sich auch für die individuellen Belange der inzwischen 205 Mitglieder von TechnologyMountains einsetzen. Foto: TechnologyMountains

10.08.2016

Der mehrfach preisgekrönte regionale Technologieverbund wächst jetzt noch stärker zusammen. Am Dienstag unterzeichneten die Vorstandsvorsitzenden von Hahn-Schickard und des Vereins TechnologyMountains eine Technologie-Charta.

Die Charta dokumentiert und festigt unsere enge Zusammenarbeit in der Region“, sagte Dr. Harald Stallforth bei der Unterzeichnung im Hahn-Schickard-Institut in Villingen-Schwenningen. Der Vorstandsvorsitzende von TechnologyMountains erläuterte: „Die vielfältigen Forschungs- und Technologie-Aktivitäten in der Region fließen dank der Charta zum Nutzen der mittelständischen Wirtschaft noch besser zusammen. Das Ganze arrondiert sich zu einem echten Netzwerk.“ Er hieß Hahn-Schickard, Spezialist für Mikrosystemtechnik, als dritten Akteur im Bunde willkommen. Die MedicalMountains AG, die Cluster-Organisation der Tuttlinger Medizintechnikbranche, und das Kunststoff-Institut Südwest in Villingen-Schwenningen unterstützen den Verbund bereits aktiv. Für Dr. Stallforth zählt auch das geplante Innovations- und Forschungs-Centrum Tuttlingen der Hochschule Furtwangen als eine wesentliche Kooperation von TechnologyMountains.

Als Vorstandsvorsitzender der Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V. unterzeichnete Dr. Volker Nestle die Charta. Der Manager für Zukunftstechnologien bei der Festo AG in Esslingen sagte: „Hahn-Schickard spielt für den Südwesten heute eine bedeutende Rolle. Im Geschäftsjahr 2015 haben unsere drei Institute neue Rekorde bei den Forschungs- und Entwicklungsaufträgen aus der regionalen Industrie verbucht. Unsere Erfahrungen in der Mikrosystemtechnik werden wir jetzt auch bei TechnologyMountains verstärkt einbringen.“

Mit der Technologie-Charta verpflichten sich die Akteure aus der Region zu sechs gemeinsamen Prinzipien. Sie wollen für die Industrie ein Kompass sein, der Trends erkennt und den Weg zu neuen Technologien weist. Sie wollen Impulse für die geeignete Forschung geben. Die Partner bieten ihre Labors und ihre Kompetenzen gemeinsam an, um Innovationen im Verbund mit der Industrie zu entwickeln. „Keiner kann heute alle Technologien alleine beherrschen. Kooperationen und Synergien werden zu wichtigen Bausteinen für die Zukunft jedes Unternehmens“, betonte Dr. Stallforth. Die Unterzeichner der Charta wollen sich auch für die individuellen Belange der inzwischen 205 Mitglieder von TechnologyMountains einsetzen. Sie wollen Brücken zwischen Firmen bauen und ihnen helfen, den technologischen Fortschritt zu bewältigen. „Wir unterstützen Unternehmen, damit sie ihr Wachstum sichern, ihre Marktanteile ausweiten und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit sichern können“, heißt es in dem Dokument. Zweck der Charta ist außerdem, den Industriestandort Schwarzwald-Baar-Heuberg langfristig zu sichern.

Dr. Volker Nestle nannte ein Beispiel für die Vorteile der engeren Zusammenarbeit: „Die Digitalisierung der Fabriken – Industrie 4.0 genannt – wird eine immer wichtigere Rolle spielen. Jemand muss die Hardware und Software, Mikro- und Sensortechnik – sogenannte cyber-physische Systeme – herstellen, die Maschinen digital vernetzt und mit dem Internet verbindet. Wir haben hier in der Region, besonders an den Standorten Villingen-Schwenningen und St. Georgen, ideale Voraussetzungen und die große Chance, gemeinsam die nötigen Innovationen zu entwickeln und bereitzustellen.“ Unter dem Dach von TechnologyMountains könnten sich die unterschiedlichsten Akteure gegenseitig befruchten. „Wir müssen das Thema nicht internationalen Großkonzernen überlassen. In unserem Verbund können kleine und mittelständische Unternehmen selbst tätig werden und überlegen, was in ihrer Fertigung künftig passieren soll. So wird Industrie 4.0 konkret greifbar gemacht“, ergänzte Dr. Harald Stallforth.

„Ähnliche Chancen sehen wir bei der Medizin- und Kunststofftechnik“, sagte TechnologyMountains-Geschäftsführer Thomas Wolf. Es komme heute immer mehr darauf an, quer zu denken und Kompetenzen über Branchengrenzen hinweg zu verknüpfen. Darum kümmere sich der Technologieverbund TechnologyMountains. Für dieses Engagement ist der Verein im Juli erneut gewürdigt worden. Bundespräsident Joachim Gauck und die Organisation „Deutschland – Land der Ideen“ verliehen TechnologyMountains das Prädikat „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“. Das regionale Gemeinschaftsmodell des Vereins sei vorbildlich. Auch auf europäischer Ebene zählt TechnologyMountains zu den besten Organisationen, die regionale Forschungs- und Industrieverbünde fördern. Unter anderem ist TechnologyMountains Träger des Gold-Labels der European Cluster Excellence Initiative.

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