Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid überreicht Förderung für neues Institut in Freiburg

Nils Schmid befüllt diagnostische Testträger mit Reagenzien - an der neuen Fertigungslinie von Hahn-Schickard in Freiburg.

Bei seinem Besuch übergab der Finanz- und Wirtschaftsminister den Förderbescheid an den Geschäftsführer Clemens Pecha und die Institutsleiter Roland Zengerle und Yiannos Manoli (von links).

Institutsleiter Roland Zengerle erklärt wie man mit Lab-on-a-Chip-Systemen und einem handlichen Analysegerät aus einer Blutprobe in kurzer Zeit weiß, welcher Erreger in ihr enthalten war

06.03.2016

Dr. Nils Schmid, Finanz- und Wirtschaftsminister in Baden-Württemberg, hat am 7. März 2016 einen Förderbescheid in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro für die Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung übergeben. Damit werden gezielt die Entwicklung von Industrie 4.0-Lösungen in Villingen-Schwenningen und das neu gegründete Institut für Mikroanalysesysteme in Freiburg unterstützt. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Hahn-Schickard auf dem Campus der Technischen Fakultät der Universität Freiburg und im Freiburger BioTechPark werden dafür in ein eigenständiges Institut überführt. Rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln dort miniaturisierte Testsysteme für eine schnelle und kostengünstige Analytik und Diagnostik.

„Die wirtschaftsnahe Forschung wie die von Hahn-Schickard unterstützt und stärkt die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im Land. Wir brauchen diese Forschungseinrichtungen in Baden-Württemberg, denn sie bilden mit ihrer Arbeit die wesentlichen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Technologietransfer“, sagte Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid.

Die Testsysteme, sogenannte Lab-on-a-Chip-Systeme, die Hahn-Schickard für seine Kunden aus der Industrie entwickelt, können beispielsweise komplexe Atemwegserkrankungen vor Ort beim Patienten automatisiert diagnostizieren. Lediglich die Patientenprobe muss per Hand eingebracht werden. Herkömmlicherweise durchläuft eine solche Probe oft viele Analyse-Stationen in einem Zentrallabor und es können Tage vergehen, bis das Analyseergebnis dem behandelnden Arzt vorliegt. Gerade bei infektiösen Krankheiten ist ein Weg erwünscht, mit dem man schnell Klarheit über den
Krankheitserreger erhält. Erst dann können die richtigen Medikamente verabreicht werden, anstatt auf Verdacht Breitband-Antibiotika zu verabreichen, was wiederum Resistenzen fördert.

Auf einer flexiblen Fertigungsanlage für die CD-großen Lab-on-a-Chip-Systeme begleitet Hahn-Schickard am Standort Freiburg nun die Produktvisionen seiner Kunden von der Idee bis zur Kleinserie noch effektiver. Die Mittel für die Einrichtung dieser Pilotlinie wurde mit einer Investition von 1,8 Millionen Euro über den Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) zu 50% (900.000 Euro) bezuschusst. www.rwb-efre.baden-wuerttemberg.de